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Tapeten

Wie/Wo entsorge ich meine Tapete richtig?

Wie ich meine Tapete richtig von der Wand entferne

Bevor du dich um die Entsorgung kümmern kannst, muss die alte Tapete erst einmal sauber von der Wand gelöst werden. Je nach Tapetenart – ob klassische Papiertapete, robuste Vliestapete oder selbstklebende Variante – gibt es dafür unterschiedliche Methoden. Ein strukturierter Ansatz spart dir dabei viel Kraft und Zeit.

Zuerst solltest du den Raum gut vorbereiten. Räume Möbel aus dem Weg oder decke sie gründlich mit Abdeckfolie ab. Schalte vor Beginn der Arbeiten unbedingt den Strom im jeweiligen Raum ab und klebe Steckdosen sowie Lichtschalter ordentlich ab.

Bei herkömmlichen Papier- und Raufasertapeten ist Feuchtigkeit der Schlüssel zum Erfolg. Mische warmes Wasser mit etwas Spülmittel oder speziellem Tapetenlöser an. Trage diese Mischung mit einer Deckenbürste, einer Malerrolle oder einer Drucksprühflasche großzügig auf die Wand auf.

Falls du es mit wasserabweisenden, beschichteten oder mehrfach übergestrichenen Tapeten zu tun hast, solltest du die Oberfläche vorher bearbeiten. Verwende eine Stachelwalze, um die Schicht leicht anzuritzen. So kann das Wasser tief in die Papierschichten eindringen und den alten Kleister wirksam aufweichen.

Lass die Feuchtigkeit ausreichend einwirken. Nach etwa 15 bis 20 Minuten sollte der Kleister so weit aufgeweicht sein, dass sich die Bahnen leicht lösen lassen.

Verwende einen breiten Malerspachtel, um unter die Kanten zu fahren. Arbeitest du dich von unten nach oben vor, lassen sich viele Teile schon in größeren Stücken abziehen.

Vliestapeten machen es dir in der Regel deutlich einfacher. Viele moderne Vliestapeten sind so konzipiert, dass sie sich im trockenen Zustand komplett am Stück und ohne Rückstände von der Wand ziehen lassen.

Selbstklebende Tapeten erfordern ebenfalls ein spezielles Vorgehen. Hier hilft es oft, die Wand oder die Folie mit einem Föhn auf niedriger Stufe leicht zu erwärmen. Der Klebstoff wird dadurch elastischer und lässt sich leichter lösen.

Sollten hartnäckige Reste an der Wand kleben bleiben, wiederhole den Einweichvorgang an diesen Stellen gezielt. Vermeide es, mit zu viel Gewalt zu kratzen, um den Putz nicht zu beschädigen.

Wenn die Wand komplett befreit ist, wasche letzte Kleisterreste mit einem feuchten Schwamm ab. Lass die Wand vollständig trocknen, bevor du mit weiteren Renovierungsarbeiten beginnst.

In welchen Müll gehört die alte Tapete?

Ist die Wand erst einmal kahl, steht man vor dem nächsten Berg an Arbeit: der richtigen Entsorgung. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass alte Tapeten ins Altpapier gehören, weil sie primär aus Papier bestehen. Das ist jedoch ein fataler Denkfehler.

Tapeten bestehen zwar oft aus Papierfasern, sind aber nach dem Gebrauch stark verunreinigt. Sie enthalten Kleisterreste, Wandfarben, synthetische Bindemittel und manchmal Kunststoffbeschichtungen.

Diese Anhaftungen verhindern, dass sich das Material im Recyclingprozess für Altpapier ordnungsgemäß auflöst. Es würde die Papiermaschinen verstopfen und die Qualität des recycelten Papiers massiv verschlechtern.

Aus diesem Grund gehören gebrauchte Tapeten – egal ob Raufaser, Vlies oder Papier – ausnahmslos in den Restmüll. Nur dort können sie fachgerecht über die Müllverbrennung entsorgt werden.

Kleinere Mengen, wie sie beim Renovieren eines einzelnen Raumes anfallen, kannst du problemlos in deiner regulären Grauen Tonne unterbringen.

Damit der Platz optimal genutzt wird, solltest du die abgerissenen Tapetenbahnen fest zusammenpressen. Stopfe sie am besten in stabile, reißfeste Müllsäcke.

Achte darauf, die Tonne nicht so voll zu stopfen, dass sich der Müll darin verkeilt. Die Müllwerker können feststeckenden Unrat beim Auskippen oft nicht leeren.

Falls deine Restmülltonne bereits voll ist, bieten die meisten Städte und Gemeinden spezielle amtliche Müllsäcke an. Diese kannst du gegen eine geringe Gebühr im Rathaus oder im Einzelhandel erwerben.

Diese offiziellen Säcke stellst du am Abholtag einfach neben deine Restmülltonne. Sie werden dann vom Entsorgungsbetrieb ohne Probleme mitgenommen.

Vergewissere dich vorab bei deiner Kommunalverwaltung über die genauen Regelungen, da in manchen Regionen unterschiedliche Vorgaben für Zusatzmüll gelten.

Was mache ich bei großen Mengen Renovierungsabfall?

Wenn du ein ganzes Haus oder eine große Wohnung neu tapezierst, stößt die reguläre Mülltonne schnell an ihre Grenzen. In solchen Fällen ist der örtliche Wertstoff- oder Recyclinghof die beste Adresse. Dort kannst du die gefüllten Müllsäcke direkt abgeben. Die Gebühren dafür sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich: Mancherorts ist die Abgabe kleinerer Pkw-Kofferraumladungen kostenlos, andernorts wird nach Gewicht oder Volumen abgerechnet.

Sollte es sich um eine umfassende Kernsanierung handeln, bei der neben Tapeten auch noch Putzreste, Bodenbeläge und Bauschutt anfallen, lohnt sich das Mieten eines Containers. Achte hierbei jedoch genau auf die Mülltrennung: Reine Tapetenreste zählen als Baumischabfall. Wenn du sie mit reinem Bauschutt (wie Ziegeln oder Beton) mischst, steigen die Entsorgungskosten oft drastisch an. Frage deshalb vorher beim Containerdienst nach den genauen Bedingungen.